Die Kunst der vertikalen Gärten

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Wolkenkratzer, Glasfassaden und kaum noch grüne Flecken: Vielen Stadtbewohnern wird seit einigen Jahren immer bewusster, dass etwas fehlt. Sie vermissen Blumen und andere Pflanzen in ihrer Umgebung und suchen nach neuen Wegen, für diese einen Platz in ihrem Leben zu machen. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig: Urban Gardening oder zum Beispiel Guerilla Gardening heißen die neuesten Trends. Dabei werden zum Beispiel auf kleinstem Raum und unter Nutzung weniger Ressourcen Gärten im städtischen Raum angelegt oder gezielt städtische Brachflächen in blühende, grünende Oasen verwandelt. Ein toller Ansatz dafür sind sogenannte Seedbombs, zu Deutsch Samenbomben. Die kleinen Kugeln bestehen aus getrockneter Erde und Saatgut, können unauffällig an bestimmte Orte geworfen werden und zersetzen sich dort durch Regen und Witterung. Geht alles gut, keimen die Samen nach ein paar Wochen und an den ehemals kahlen Stellen wachsen nun Blüten, die hübsch aussehen und Insekten Nahrung bieten.

Gärtnern auf dem Balkon

Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, dementsprechend wird der Platz dort immer knapper. Nur wenige Stadtbewohner können sich noch eigene Gärten an ihren Häusern leisten und mancherorts ist auch die Nachfrage nach den typisch deutschen Kleingärten sprunghaft gestiegen. Dadurch gewinnt der Balkon als Platz für das Gärtnern zunehmend an Bedeutung. Immer häufiger werden dort Blumen gesät, um Bienen eine Nahrungsquelle zu bieten, weil diese kaum noch wilde Blüten finden können. Eine andere Fraktion vertieft sich in das Züchten eigener Nahrung und baut in kleinerem oder größerem Stile Gemüse auf dem Balkon an. Von Kräutern über Tomaten bis hin zu Zucchini wachsen im Sommer auch auf deutschen Balkons etliche Gemüsesorten, die frisch gepflückt natürlich am allerbesten schmecken. Bei der Auswahl passender Sorten sollte man darauf achten, welche Pflanzenarten welche Bedingungen benötigen und sich eventuell beraten lassen. Ob Schatten oder Sonne, normale oder spezielle Erde, Wind oder Windstille spielt für das Pflanzenwachstum und damit den Erfolg der Balkongärtner eine große Rolle.

Platzproblem? In die Höhe gärtnern!

Die Größe des Balkons muss für das Gärtnern dabei nicht immer die entscheidende Rolle spielen. Auch auf nur wenigen Quadratmetern lassen sich für Einsteiger die ersten beachtlichen Garten-Erfolge erzielen. Die Lösung heißt vertikales Gärtnern – ein Konzept, das ebenfalls aus der Urban Gardening-Szene kommt. Dabei werden je nach Phantasie Gerüste, Schränke oder Wände angelegt, in denen die Pflanzen ausreichend Platz haben und quasi übereinander wachsen können. Hierbei ist zum Beispiel auch das Recycling bestimmter Materialien wie großer Plastikbehälter, Reifen oder ähnlichem als Pflanzbehälter denkbar. Bevor man zur Tat schreitet, lohnt es sich in jedem Fall, hier ein detailliertes Konzept zu machen und zu prüfen, ob das fertige Konstrukt ausreichend Stabilität besitzt, um Regen und Stürme unbeschadet zu überstehen. Dann heißt es: Werkzeug und Material sammeln, Arbeitskleidung anziehen, Die passenden Schuhe finden und werkeln! Mit etwas Geduld ist am Ende vielleicht die eigene Balkonwand eine grüne Oase in der Stadt.